Das Wetterglück war uns auch diesmal hold. Während der Woche, die wir zu Fuss in Südwestaustralien unterwegs waren, um vom Cape Naturaliste zum Cape Leeuwin zu wandern, schien die Sonne beinahe ununterbrochen. Und in der Nacht – als die Sonne ausnahmsweise nicht schien – funkelten hoch oben am Himmelszelt prachtvoll die Sterne. Weit weg vom Licht der Zivilisation und gesegnet mit einer endlosen Weite, scheinen die Sterne hier zahlreicher und kraftvoller zu leuchten als anderswo. Und inmitten der vielen Sterne liessen sich die beiden wohl bekanntesten Sternbilder in der südlichen Hemisphäre, das ‚Southern Cross’ und der ‚Pot’ einfach erkennen.
Die siebentägige Wanderung entlang der Küste liess uns die Natur wunderbar erleben. Wir sahen und überquerten beinahe unberührte Sandstrände, hörten immer wieder ein Rascheln im Dickicht ohne dass wir jedoch Schlangen begegneten, sahen wunderbare Gesteinsformationen entlang der Küste und beobachteten die Surfer in Küstennähe. Ausser Fischern und Surfern begegneten wir auf unserer Wanderung jedoch kaum Artgenossen von uns. Ein paar Mal hatten wir jedoch das Glück, unweit der Küste grösser Delphingruppen zu sichten, welche wir faszinierend beobachteten. Und in wenigen Wochen werden hunderte von Wahlen an dieser Küste vorbeiziehen und in einzelnen Buchten ihre Jungen gebären. Das werden wir leider verpassen, da wir zu jenem Zeitpunkt bereits wieder pedalend in Osteuropa unterwegs sein werden.
Kaum hatten wir die mehrtägige Wanderung beendet, setzte zum ersten Mal seit Langem anhaltender Regen ein. Nun – das Timing hätte besser nicht sein können. In ‚Margareth River’ findet momentan das ‚Reader’s und Writer’s Festival’ statt, wo Autoren und Journalisten verschiedenen Genres über ihre Werke und ihre Arbeit sprechen. Und da das Lesen und Schreiben auf unserer Reise ein ständiger und wertvoller Begleiter ist, entschieden wir uns, noch einige Tage in der Gegend zu bleiben. Es war noch nicht viel los am heutigen Morgen. Das staatliche Radio war präsent und führte mit den Gastautoren Interviews. Wir verfolgten das Geschehen interessiert. Und da wir die einzigen offensichtlichen Touristen waren, wurden wir in das eine oder andere Gespräch verwickelt. Früher oder später kamen wir schliesslich auf unsere etwas aussergewöhnliche Reise, auf unsere Website und auf unsere monatlichen Berichte an die Sempacherwoche zu sprechen. Gefundenes Fressen! Während sich Martina diesbezüglich etwas zurückhaltender gibt, muss sich Reto meistens mit der gemeinsamen Reise brüsten. Von Bescheidenheit keine Spur… In diesem Fall führte das dazu, dass wir gebeten wurden, uns bereit zu halten. Ein Interviewgast war offenbar nicht erschienen. Und so wurden wir – zu unserer Überraschung – vom staatlichen australischen Radio zu einem Interview gebeten. Und das hauptsächlich, weil regelmässig Berichte von unserer Reise in der Sempacherwoche veröffentlicht werden und wir somit nicht nur radelnd, sondern auch schreibend unterwegs sind…







